Tierrettung aus Tiefen

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Datum: 16. Mai 2021 um 21:22
Alarmierungsart: Funkmelder, Handy / Alamos
Dauer: 50 Minuten
Einsatzart: Technische Hilfeleistung
Einsatzort: Solg
Fahrzeuge: Florian Münchberg 10/1, Florian Münchberg 11/1, Florian Münchberg 30/1, Florian Münchberg 42/1, Florian Münchberg 61/1


Einsatzbericht:

So einen Einsatz gibt es nicht alle Tage: Die Wehren aus Münchberg und Solg sind am Sonntagabend mit großem Aufgebot zu einer Tierrettung ausgerückt.

Münchberg-Solg – Katzenbesitzer wissen: Die eigenwilligen Tiere lassen sich oft nicht so einfach helfen, wenn sie sich mal in eine missliche Lage manövriert haben. Das verzweifelte Kätzchen aber, das am Sonntagabend in Solg in eine mehrere Meter tiefe Silo-Grube gefallen war, ist seiner Retterin förmlich in die Arme gesprungen. Damit hat ein spektakulärer Einsatz, wie es ihn nicht alle Tage gibt, ein glückliches Ende gefunden. 

Mit einem Aufgebot von rund 25 Leuten waren die Wehren aus Münchberg und Solg im Einsatz, um das Tier mit der Drehleiter aus der Grube zu befreien. Zusätzlich warteten in Münchberg zehn weitere Feuerwehrleute als Reservekräfte, für den Fall, dass die Lage brenzlig wird. Auch Rettungswägen waren zur Sicherheit vor Ort. Dieses große Aufgebot war nötig, da die Einsatzkräfte vorab nicht genau wussten, was sie erwartet – man musste mit allem rechnen, wie Einsatzleiter Martin Schödel erklärt.

Die Alarmierung ging gegen 21.30 Uhr ein – die Wehrleute wussten zu dem Zeitpunkt nur, dass ein Tier in einem Silo festsitzt. „Silo heißt für uns große Gefahr“, erklärt Schödel mit Blick auf mögliche giftige Dämpfe. „Deshalb war die Aufregung groß, wir wussten ja nicht, ob vielleicht jemand versucht hat, das Tier zu retten und jetzt bewusstlos in einem Silo liegt.“

Rettungsversuche mit Brettern sind gescheitert

Vor Ort hat sich dann herausgestellt, dass es sich um eine offene Grube handelt. Sie war mit einem Maschendrahtzaun gesichert, der allerdings an einer Stelle verbogen war, sodass das Kätzchen durchschlüpfen konnte. Die Besitzer, darunter auch einige völlig aufgelöste Kinder, hatten bereits vergeblich versucht, dem Tier mit Holzbrettern eine Rampe zu bauen. „Die Bretter sind aber in die Grube gefallen“, sagt Schödel.

Die Einsatzkräfte schmissen also die Scheinwerfer an und leuchteten die Grube aus. Etwa acht bis zehn Meter Durchmesser hatte die Grube, schätzt Martin Schödel; die Katze saß etwa vier bis fünf Meter tief auf dem Schlamm fest und konnte die glatten Betonwände nicht erklimmen. Wie lange der Güllematsch das Tier tragen würde und wie viele Meter es in der Grube noch in die Tiefe ging, war unklar. 

Feuerwehrfrau fährt mit Drehleiter in die Tiefe

Doch mit Feuerwehrfrau Ronja Schuldner hatten die Einsatzkräfte eine Tierfreundin in ihren Reihen. „Die Kollegin kann gut mit Katzen und hat sich bereit erklärt, mit dem Rettungskorb nach unten zu fahren“, erzählt Schödel. Kaum hatte sich die Feuerwehrfrau dem Kätzchen genähert, setzte es schon zum Sprung an: „Zack – saß sie bei der Kollegin auf dem Arm.“

Ein Einsatz wie dieser kommt nicht alle Tage vor. Mit Tierrettungen hat die Münchberger Feuerwehr vielleicht zwei oder drei Mal im Jahr zu tun, wie Schödel berichtet. Oft sitzen dann Katzen auf Bäumen fest und trauen sich nicht mehr herunter. Die Feuerwehr sieht es als ihre Aufgabe an, auch in solchen Situationen zu helfen, betont der Einsatzleiter. Die Drehleiter ist auch für solche tiefergelegenen Einsätze konzipiert. Diesen unterflurigen Einsatz, wie es im Feuerwehr-Jargon heißt, üben die Münchberger Feuerwehrleute regelmäßig an der Pulschnitz beim Kaufland. Die Kosten für eine Tierrettung trägt laut Martin Schödel übrigens die Allgemeinheit. „Letztlich geht es ja darum, ein Leben zu retten“, betont er: „Ob das ein Tier ist, spielt da keine Rolle. Werden wir zu einem solchen Einsatz gerufen, dann rücken wir auch aus.“

Quelle Bericht: Frankenpost